Biomasse-Tage2006
Über 1.100 Aktionen während der Biomasse-Tage
Eröffnung mit EP-Vizepräsident Dr. Ingo Friedrich

Straubing, 27. September 2006 * (schu)
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Seit dem 24. September und noch bis zum 01. Oktober 2006 finden zum achten Mal die Europäischen Biomasse-Tage der Regionen statt. In dieser Aktionswoche hat die Bevölkerung Gelegenheit, Produkte, Projekte und Ideen rund um Biomasse kennen zu lernen und von Erfahrungen aus der Praxis zu profitieren. Vom Holzvergaser über Wärmedämmung, Naturfarben, Hackschnitzelerzeugung und Heizen mit Holzpellets bis hin zu Probefahrten mit Ethanol-betriebenen Fahrzeugen wird jedem Biomasse-Interessierten einiges geboten. Europaweit sind über 1.100 Veranstaltungen unter http://www.biomasse-tage.org gelistet.

Dr. Ingo Friedrich in Polsingen
"Leben gestalten", diesen Leitspruch der Diakonie Neuendettelsau, dem Betreiber des Polsinger Biomasseheizwerks, stellte Rektor Hermann Schoenauer vor. Zu den elementaren Aufgaben gehöre das Bewahren der Schöpfung und der sorgsame Umgang mit den Ressourcen, so Schoenauer. Die Polsinger Heime, die zu den ältesten Einrichtungen der Diakonie Neuendettelsau gehören, wurden deshalb schon 2000 mit einem zentralen Biomasseheizwerk ausgestattet, das die Ölheizungen der zahlreichen Gebäude ersetzt. In naher Zukunft sei in Neuendettelsau ebenfalls ein Biomasseheizwerk geplant.
Die Rechnung geht auf
Diese Investition in das Biomasseheizwerk rechne sich, erläuterte Peter Segieth, Leiter des Bereichs Arbeit und Tagesstruktur der Polsinger Werkstätten für Behinderte. Weil man auf Holzhackschnitzel aus der Region setze, habe man im vergangen Jahr gut 81.000 Euro beim Energieeinkauf einsparen können, denn soviel hätte die Bereitstellung der gleichen Wärmemenge auf Basis von Heizöl an Mehrkosten verursacht.

Dr. Rupert Schäfer, Leiter des Referates Agrarforschung und Nachwachsende Rohstoffe im Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, ging auf die Historie der Biomasse-Tage ein. 1997 wurden sie vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium initiiert sowie seitdem unterstützt und von C.A.R.M.E.N. koordiniert. Als der erste Biomasse-Tag veranstaltet wurde, wusste niemand, ob und wie sich dieses "zarte Pflänzchen" entwickeln würde, zumal auch der Ölpreis um mehr als zwei Drittel niedriger war als heute. Inzwischen jedoch liegt der Preis für die Bereitstellung von 10 kWh Wärme aus Holzhackschnitzeln um gut zwei Drittel unter dem Preis für die entsprechende Heizölmenge und das Potenzial von Bayerns Wäldern ist noch lange nicht erschöpft, so Dr. Schäfer.


Erntedank für das Lebensmittel "Wärme"
Als Projektleiter der Biomasse-Tage erklärte Karl Hanglberger von C.A.R.M.E.N., es sei Zufall, dass der Termin der Biomasse-Woche immer mit dem Erntedankfest zusammenfalle. Dennoch sollten auf den Gabentischen immer auch ein paar Hackschnitzel und Holzpellets präsentiert werden. Außerdem stellte er die Koordinatoren vor, die auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene als Ansprechpartner die Biomasse-Tage unterstützen. Es gäbe Veranstaltungen, die mehr als 1.000 Besucher anziehen. Wenn im Schnitt pro Veranstaltung 50 Besucher gerechnet würden, könnten in diesem Jahr insgesamt etwa 50.000 Personen bei den Aktionen der Biomasse-Tage begrüßt werden. Damit ist die Reichweite dieser Informationskampagne enorm und aus zahlreichen Gesprächen mit Teilnehmern der Vorjahre habe sich bereits gezeigt, dass sich viele der Besucher aufgrund der Information von Verbraucher zu Verbraucher, später selber für Alternativen aus Nachwachsenden Rohstoffen, wie z. B. Pelletheizungen, entscheiden würden.

Bei der anschließenden Besichtigung der Anlage wurde Segieth von Klaus Koppe vom Planungsbüro Horschelt und Koppe unterstützt.

Infos: C.A.R.M.E.N., Karl Hanglberger, E-Mail: kh@carmen-ev.de

Circa 3.800 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten
Presseanfragen an Ursula Schulte, Tel. 09421 / 960-349

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