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Seit dem 24. September und noch bis zum 01. Oktober 2006
finden zum achten Mal die Europäischen Biomasse-Tage der Regionen
statt. In dieser Aktionswoche hat die Bevölkerung Gelegenheit, Produkte,
Projekte und Ideen rund um Biomasse kennen zu lernen und von Erfahrungen
aus der Praxis zu profitieren. Vom Holzvergaser über Wärmedämmung,
Naturfarben, Hackschnitzelerzeugung und Heizen mit Holzpellets bis hin
zu Probefahrten mit Ethanol-betriebenen Fahrzeugen wird jedem Biomasse-Interessierten
einiges geboten. Europaweit sind über 1.100 Veranstaltungen unter http://www.biomasse-tage.org
gelistet.
Dr. Ingo Friedrich in Polsingen
"Leben gestalten", diesen Leitspruch der Diakonie Neuendettelsau, dem Betreiber
des Polsinger Biomasseheizwerks, stellte Rektor Hermann Schoenauer vor.
Zu den elementaren Aufgaben gehöre das Bewahren der Schöpfung und der
sorgsame Umgang mit den Ressourcen, so Schoenauer. Die Polsinger Heime,
die zu den ältesten Einrichtungen der Diakonie Neuendettelsau gehören,
wurden deshalb schon 2000 mit einem zentralen Biomasseheizwerk ausgestattet,
das die Ölheizungen der zahlreichen Gebäude ersetzt. In naher Zukunft
sei in Neuendettelsau ebenfalls ein Biomasseheizwerk geplant. |
Die Rechnung geht auf
Diese Investition in das Biomasseheizwerk rechne
sich, erläuterte Peter Segieth, Leiter des Bereichs Arbeit und Tagesstruktur
der Polsinger Werkstätten für Behinderte. Weil man auf Holzhackschnitzel
aus der Region setze, habe man im vergangen Jahr gut 81.000 Euro beim
Energieeinkauf einsparen können, denn soviel hätte die Bereitstellung
der gleichen Wärmemenge auf Basis von Heizöl an Mehrkosten verursacht.

Dr. Rupert Schäfer, Leiter des Referates Agrarforschung und Nachwachsende
Rohstoffe im Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und
Forsten, ging auf die Historie der Biomasse-Tage ein. 1997 wurden
sie vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium initiiert sowie seitdem
unterstützt und von C.A.R.M.E.N. koordiniert. Als der erste Biomasse-Tag
veranstaltet wurde, wusste niemand, ob und wie sich dieses "zarte
Pflänzchen" entwickeln würde, zumal auch der Ölpreis um mehr
als zwei Drittel niedriger war als heute. Inzwischen jedoch liegt
der Preis für die Bereitstellung von 10 kWh Wärme aus Holzhackschnitzeln
um gut zwei Drittel unter dem Preis für die entsprechende Heizölmenge
und das Potenzial von Bayerns Wäldern ist noch lange nicht erschöpft,
so Dr. Schäfer.
Erntedank für das Lebensmittel "Wärme"
Als Projektleiter der Biomasse-Tage erklärte
Karl Hanglberger von C.A.R.M.E.N., es sei Zufall, dass der Termin
der Biomasse-Woche immer mit dem Erntedankfest zusammenfalle. Dennoch
sollten auf den Gabentischen immer auch ein paar Hackschnitzel und
Holzpellets präsentiert werden. Außerdem stellte er die Koordinatoren
vor, die auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene als
Ansprechpartner die Biomasse-Tage unterstützen. Es gäbe
Veranstaltungen, die mehr als 1.000 Besucher anziehen. Wenn im Schnitt
pro Veranstaltung 50 Besucher gerechnet würden, könnten in diesem
Jahr insgesamt etwa 50.000 Personen bei den Aktionen der Biomasse-Tage
begrüßt werden. Damit ist die Reichweite dieser Informationskampagne
enorm und aus zahlreichen Gesprächen mit Teilnehmern der Vorjahre
habe sich bereits gezeigt, dass sich viele der Besucher aufgrund der
Information von Verbraucher zu Verbraucher, später selber für
Alternativen aus Nachwachsenden Rohstoffen, wie z. B. Pelletheizungen,
entscheiden würden.
Bei der anschließenden Besichtigung der Anlage
wurde Segieth von Klaus Koppe vom Planungsbüro Horschelt und
Koppe unterstützt.
Infos: C.A.R.M.E.N., Karl Hanglberger,
E-Mail: kh@carmen-ev.de
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Circa 3.800 Zeichen, Abdruck frei,
Belegexemplar erbeten
Presseanfragen an Ursula Schulte, Tel. 09421 / 960-349
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Impressum
C.A.R.M.E.N.
e.V.
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