Biomasse-Tage2004

Veranstaltungen bei C.A.R.M.E.N. und den Landeskoordinatoren melden
- In Bayern Pellet-Lieferungen zu gewinnen -


Straubing, 24. Juli 2004 * (schu)
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Vom 26. September bis 3. Oktober 2004 werden zum sechsten Mal in vielen Regionen Europas Firmen, Institutionen und Projekte, die Biomasse als Energiequelle bzw. Rohstoff nutzen oder sich mit deren Nutzungsmöglichkeiten beschäftigen, vor Ort über ihre Aktivitäten informieren.

Die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Loyola de Palacio del Valle Lersundi hat bereits zum dritten Mal die Schirmherrschaft der Europäischen Biomasse-Tage übernommen. Sie unterstützt gemeinsam mit dem bayerischen Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten, Josef Miller, die Idee, die Nutzung der Biomasse als Zukunftstechnologie stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

Besonderes Gewicht erhält die Aktionswoche - zu der im vergangenen Jahr über 500 Veranstaltungen gemeldet waren - durch den Rohölpreis. Dieser reagiert sehr empfindlich auf Entwicklungen in Krisengebieten und die starke Ölnachfrage aus Asien und Nordamerika. Damit verbunden sind Preiserhöhungen bei Heizöl, Kraftstoffen und Industrierohstoffen.
Noch ist Norwegen der größte Lieferant von Rohöl in die Europäische Union (EU), doch die Reserven schwinden und wirtschaftliche Alternativen sind gefragter denn je. Die EU muss heute 50 Prozent ihrer Energie importieren, dieser Anteil droht auf 70 Prozent anzusteigen, verbunden mit erheblichen Risiken für die Versorgungssicherheit. Dieser Aspekt ist in der erweiterten EU mit 25 Staaten noch wichtiger geworden, denn mit der Sicherung der Energieversorgung muss auch der Klimaschutz gewährleistet werden.

Insgesamt steht den 453 Millionen Menschen der EU mit etwa 167 Millionen Hektar Agrar- und 137 Millionen Hektar Forstfläche reichlich Potenzial für die Biomasseerzeugung und -nutzung in der eigenen Region zur Verfügung.
Diese Biomasse dient der klimaschonenden Erzeugung von Energie und einer Vielfalt von Produkten. Beispiele für diese Produkte sind kompostierbare Verpackungen, hergestellt aus Kartoffel-, Mais- oder Getreidestärke; Fasern von Hanf und Flachs finden serienmäßige Verwendung in Verkleidungen von Autotüren; Pflanzenöl dient zur Produktion von Schaumstoffen und Waschmitteln und findet sich immer häufiger anstelle von Erdöl in den Straßenbelägen von Österreich und Deutschland.

Der Eigenheimbesitzer kann das mit fossilen Energieträgern verbundene Versorgungsrisiko verringern, indem er bei der Heizungswärme auf erneuerbare Energien setzt. Moderne Holzpellet- und Hackschnitzelheizungen verbrennen sehr sauber, bieten denselben Komfort wie Ölheizungen und der Rohstoff Holz ist reichlich vorhanden, denn in Deutschland wird derzeit nur rund die Hälfte des jährlichen Holzzuwachses genutzt.

C.A.R.M.E.N., die bayerische Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe, hat für Bayern Sponsoren gefunden, die Pellet-Tankladungen stiften. Eine Lieferung Holz-Pellets können die Privatleute gewinnen, die ihre Pelletheizung während der Biomasse-Woche an mindestens einem Tag für Besichtigungen zur Verfügung stellen.

Interessierte Firmen, Institutionen, Organisationen und Privatpersonen sind aufgerufen, ihre Veranstaltungen beim Koordinator des jeweiligen Bundeslandes oder direkt bei C.A.R.M.E.N. anzumelden. Die Gesamtkoordination der Europäischen Biomasse-Tage liegt bei C.A.R.M.E.N. Deutschlandweit sind 12 Institutionen an der Organisation beteiligt, in (fast) jedem Bundesland eine. Die Liste der Koordinatoren gibt es im Internet unter http://www.biomasse-tage.org. Dort werden auch die Teilnehmer veröffentlicht, um einen Ideenaustausch zu Organisation und Öffentlichkeitsarbeit zu ermöglichen. Alle Teilnehmer erhalten kleine Werbeartikel und Informationsmaterialien für die Besucher.

Infos: C.A.R.M.E.N., Karl Hanglberger, Schulgasse 18, Tel.: 09421/960-300, E-Mail: kh@carmen-ev.de und http://www.biomasse-tage.org

3.100 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.
Presseanfragen an Ursula Schulte, Tel. 09421 - 960-349


Was ist Biomasse?
Biomasse, Nachwachsende Rohstoffe, Agrar-Rohstoffe - gemeint ist alles, was in Wald und Feld wächst und nicht für den Verzehr gedacht ist. Biomasse wird durch Fotosynthese, also direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Energie, gebildet.
Biomasse ist nicht nur regenerierbar, sondern auch in großen Massen sehr einfach zu speichern. Dies ist ein großer Vorteil im Vergleich zu anderen regenerativen Energien wie Wind-, Wasser- und Solarenergie. Aus Biomasse gewonnene Energieträger wie Biogas, Biodiesel und Holz-Pellets erleben zur Zeit einen großen Aufschwung; der hohe Ölpreis begünstigt natürliche Alternativen.
Typische Beispiele für die stoffliche Nutzung von Biomasse sind Holz- und Pflanzenfasern, weniger bekannt ist, dass sich auch aus Stärke und Fetten sinnvolle Produkte herstellen lassen, biologisch abbaubare Werkstoffe etwa, die sich wie petrochemische Kunststoffe verarbeiten lassen, oder Schmierstoffe, die mittlerweile auch höchsten Ansprüchen genügen und sich in der Umwelt schnell zersetzen.



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